Die wohl härteste Tür Deutschlands

Sie sei MdB und habe eine Einladung, fluchte die Grünen-Abgeordnete Kerstin Müller. Kein Pardon. Hans-Peter Uhl blieb zickig zwanzig Minuten lang im Wagen sitzen, wurde berichtet. Hauptstadtjournalisten egal welchen Ranges. Schlange stehen? Anstehen? Trotz Einladung? Im Regen? Die härteste Tür Deutschlands, am Dienstagabend war sie an ungewohntem Ort. Vor der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Berlin spielten sich Szenen des Grauens ab. Die Veranstalter einer US-Wahlparty hatten viel zu viele Menschen geladen, mehr, als der Brandschutz erlaubte. Telekom, Google, Zeitschriftenverleger, Atlantik-Brücke und viele weitere hatten sich und ihre Freunde eingeladen. Angeblich insgesamt 5000, plus Begleitung. Und, anders als sonst im politischen Berlin üblich: viele Leute kamen sogar. Denn hier hatte das ZDF sein US-Wahlnachtstudio eingerichtet. Vorne quälten sich ZDF-Moderatoren durch die Nacht, hinten soff sich das politische Berlin von Bundesstaat zu Bundesstaat. Was zur härtesten Tür Berlins an diesem Abend führte.

In den heiligen Hallen versuchten sich Politiker und Prominente ins Kamerabild hineinzumogeln. „Haben den schon dreimal“ und „der ist zu besoffen“ – spannend ist nicht, was vor, sondern neben den Kameras gesagt wird. Vorsichtshalber gab es keinen härteren Alkohol. Wer wirklich nicht reinkam, der musste 100 Meter durch den Regen zur RTL-Party in die Bertelsmann-Hauptstadtrepräsentanz („der vermeintlich schlechteren Party“). Während sich vorne die ZDF-Meute tapfer durch den Abend wurschtelte, hatte Partycosponsor Google den Dreh raus: in ihrem Eckchen lief ab Ohio einfach CNN auf einem Großbildschirm. Was dazu führte, dass hinten schon Obama bejubelt wurde, während vorne das ZDF noch übersetzte.

Musterhaft: Fernsehen für Anfänger

Martin Giesler, heute Redakteur in der Chefredaktion des ZDF, davor Volontär bei ebenjenem Sender, hat zum Abschluss seines “Volos” einen netten, lustigen aber sehr realitätsnahen Clip gedreht, in dem er das Grundmuster vieler Fernsehbeiträge erläutert. (via Netzpolitik)

Eine gelungene Satire auf den Fernsehalltag. Und wir fragen uns natürlich: Gibt es weitere solche Muster-Erklärungen? Wenn ja, wo? Wir bitten um Mithilfe – am besten einfach als Kommentar zu diesem Beitrag.

Herr Präsident! (Alles falsch jemacht)

Ach, Herr Präsident!  Wärnse doch man janz dezent
mit ihrn Freunden und der Frau mal beim Emir dajebliebn,
statt ihr Präsidialtalent in die Bildröhre zu schieben.

Ach Herr Präsident, hätt ich jemals sie jeliebt?

Hättense dem Diekemann oder wie der Schmierfrisuri heißt
einfach nicht ufs Band jegackert sondern ihm janz unauffällich
in seim eignen Paternoster eine Nacht lang festjetackert.