Plopp-Punkte in Flensburg

Welche Punkte habe ich und wenn ja wie viele? Fragte ich mich neulich erst auf dem Fahrrad, dann in der Tram und schließlich auf einer Autobahn, umbraust von Wochenendpendlern in steuerfinanzierten bzw. abgesetzten Oberklasse-Modellen. Die Antwort war immer das gleiche Schulterzucken mit dazugehörigem Luft über die Unterlippe ploppen lassen.

Der Bundesverkehrsminister hat neulich angekündigt, die Strafpunkte im schönen Flensburg anders regeln zu wollen. Den Plänen entsprechend soll dann schon ab acht Punkten für Bleifüße der Gau eintreten: Fleppen weg, zurück auf Los und mit den immer weniger werdenden 18-Jährigen wieder die Fahrschulbank drücken.

Den angehenden Jung-Fahrern sind nach Studien Smartphone und sonst welche Wischrechner inzwischen näher als ein Lenkrand und die Schaltung. Darum sparen sie ihr Geld auch nicht, um es später erst an der Tankstelle in fossile Brennstoffe anzulegen und später durch den Auspuff zu jagen, sondern um sich mit Hilfe der in Asien endgefertigten Elektronik auf der ganzen Welt herumtreiben zu können. Mit dieser zeitgemäßen Änderung im Mobilitäts-Fokus umschiffen sie dann so ganz nebenbei die Gefahr, Flensburg anders kennenzulernen als über den Plopp der Flasche.