Sprachfragen

Man debattiert derzeit ein Leistungsschutzrecht. Ein Schutz zum Rechte der Leistung. Aber welcher eigentlich? Und wessen? Christoph Keese, Außenbeauftragter für besonders interessante Ideen beim Axel Springer Verlag, erklärt es so:

Verlage produzieren Inhalte, oder um einen Vergleich zu bemühen: Verlage stellen den Wein her, nicht die Flaschen.


Es ist unzulässig, einen Satz zu drehen und zu wenden, wie es einem beliebt. Machen wir es als Sprachspiel trotzdem einmal:

Verlage, nicht die Flaschen stellen den Wein her. Verlage produzieren Inhalte, um einen Vergleich zu bemühen.

Sicherlich nur ein Schelm, wer angesichts der Rolle des Axel Springer Konzerns (der übrigens seit 2003 auf Aktionärswunsch nicht mehr den Verlag im Namen trägt) hier eine Doppeldeutigkeit zu vermuten im Stande ist. Gesetze macht in Deutschland immer noch der Deutsche Bundestag. Nicht? Und sicherlich auch nur ein Zufall, dass der erste, der gestern inhaltlich etwas mehr über das im Koalitionsausschuss beratene Leistungsschutzrecht zu berichten wusste, die Bild war. Nicht? Und dann sicherlich erst recht ein Zufall.. Ach, das spar ich mir noch auf.

Made in Germany und die EU

Wir werden alle Sterben! Denn die EU will Made in Germany in Frage stellen – so die Medienberichte. Ein Musterstück über den EU-Journalismus?

Deutsche Produkte sind Qualitätswaren? Nur deutsche Produkte schaffen Vertrauen? Deutsche, kauft Deutsche Bananen? Die Empörung ist groß: die EU wolle das Label Made in Germany und eigentlich alle Herkunftsbezeichnungen neu regeln, vermelden die Ticker. Anlass des Ganzen: die Nachrichtenagentur dapd hat Äußerungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) vom 09.01. zum Anlass genommen, über angeblich anstehende Änderungen am Herkunftsbezeichnungsrecht zu berichten. Tenor: die EU wolle an den Regeln herumfuhrwerken, die darüber entscheiden, wie Waren künftig gekennzeichnet würden und das könnte die überaus beliebte Bezeichnung schwieriger machen.

Dabei könnte man natürlich über den Sinn dieser Bezeichnung streiten:

Bislang wird ein deutscher Ursprung und damit auch das Herkunfts-Label “made in Germany” vergeben, wenn die letzte Fertigungsstufe in Deutschland vorgenommen wurde.

schreibt der DIHK. Allgemein sind regionale oder nationale Herkunftsbezeichnungen in vielen Ländern beliebt, und alle sind die Besten der Besten der Besten. Ob “Produkt Polski”, “Produit Francaise” oder “Deutsche Markenbutter”: alles mögliche ist besser, wenn es lokal markiert wurde. Oder nicht?

Die EU-Kommission sagt dazu nur eines: wir rühren das innereuropäische Herkunftsbezeichnungsrecht gar nicht an. Na dann. Ein deutsches Pressemarkenprodukt der Sorte: Echte deutsche Aufreger-Ente. Das hätten die Briten kaum besser erfinden können.